Die
Reise geht weiter. Wir haben Montag, den 30. April und es geht per
Flugzeug nach Usbekistan, in die Hauptstadt Tashkent. Usbekistan ist
mit seinen 30 Millionen Einwohnern ein Vielvölkerstaat und schon
allein deshalb interessant. Dort leben unter anderem Usbeken,
Kirgisen, Tadschiken, Turkmenen, Kasachen, Russen und Chinesen.
Ein
wenig Respekt haben wir schon vor dem, was wir da erleben werden.
Einiges haben wir gehört: die Männer werden den Frauen nicht zur
Begrüßung die Hand schütteln, Frauen sollten sowieso niemanden
direkt ansehen und so weiter. Na ja, wenn das alles ist, werden wir
uns auch damit arrangieren. Dann ist da noch der Gedanke an die
hygienischen Bedingungen, wir werden zum Beispiel in einer Jurte
übernachten. Plumpsklos sind nicht gerade das, was wir uns wünschen.
Aber lassen wir das alles erst mal auf uns zukommen.
Auf
dem aserbaidschanischen Flughafen sieht man schon eine Menge Frauen
mit Kopftüchern, usbekische Frauen, die nicht verschleiert sind,
sondern ihre Kopftücher so tragen, wie es in Deutschland in den 50er
und 60er Jahren auch üblich war.
Nach
dem zweieinhalbstündigen Flug erwartet uns am Flughafen ein netter
junger Mann, der sich als Reiseleiter vorstellt und uns in Usbekistan
begleiten wird. Savarbek Khodjaev ist 31 Jahre alt, Diplom-Germanist
und wohnt mit Frau und Sohn in Chiwa. Als Übersetzer ist er uns
unentbehrlich. Mit Englisch kommt man nicht besonders weit, aber wer
Russisch spricht oder zumindest die kyrillische Schrift lesen kann,
ist klar im Vorteil! Auch kann Deniz sich auf türkisch auch oft mit
den Einheimischen verständigen.
Gleich
am Flughafen erläutert Savar uns, was es mit den vielen
Storch-Symbolen in Tashkent auf sich hat. Der Storch bedeutet Frieden
und ist das Lieblingstier des ehemaligen Präsidenten. Savar bringt
uns zu unserem Hotel, das Bek-Hotel, ein kleines sauberes Haus.
Eine hübsche Terrasse, sogar einen Pool gibt es und die Zimmer sind sehr gut. Nachdem wir eingecheckt haben, machen wir noch eine Fahrt durch die Stadt.
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| Hübsches Hotel |
Eine hübsche Terrasse, sogar einen Pool gibt es und die Zimmer sind sehr gut. Nachdem wir eingecheckt haben, machen wir noch eine Fahrt durch die Stadt.
Im
Amir-Timur-Park trinken wir einen Kaffee.
Inmitten des kreisförmigen
Parks steht die Amir-Timur-Statue, die Timur auf einem Pferd zeigt.
Hier steht das 1974 gebaute Hotel Uzbekistan im Stil der
Sowjetarchitektur. Auf der anderen Straßenseite steht der
Forumspalast, ein weißes Gebäude, auf dessen Dach zwei Störche zu
sehen sind. Im Süden stehen zwei Uhrtürme.
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| Im Park |
Es
weht ein laues Lüftchen und wir haben wunderbares Sommerwetter. Die
breiten Straßen und die Gebäude um uns herum vermitteln fast den
Eindruck, man säße in Paris. Man glaubt kaum, dass die Stadt am
26.4.1966 großflächig durch ein Erdbeben zerstört wurde. Um uns
herum stellen Künstler ihre Bilder aus und bieten sie zum Kauf an.
Mit dem hiesigen Geld tragen wir so unsere Kämpfe aus. 10.000 Sum
entsprechen einem Euro. Man trägt als immer bündelweise Geldscheine
mit sich herum.
Wieder
zurück im Hotel genießen wir ein Abendessen auf der Terrasse.
Es
ist der 1. Mai und wir machen uns nach dem Frühstück auf zu einer
ausgedehnten Stadtrundfahrt durch Tashkent. Zunächst sehen wir das
Denkmal des Dichters Alisher Navoi. Dessen geistiges Erbe spielt hier
eine unschätzbare Rolle, der „usbekische Goethe“ wie Savar sagt.
Als
religiöses Zentrum von Taschkent gilt der Hast-Imam- oder auch
Hasrati-Imam-Komplex. Dabei handelt es sich um einen großen Platz
mit mehreren bedeutenden Moscheen, Medressen (Koranschulen),
Mausoleen und Geschäften.
Hasrati Imam Moschee mit Platz für 2500 Gläubige wurde erst 2007 grundlegend nach alten Plänen restauriert und wieder aufgebaut. Heute ist die umfangreiche Anlage Sitz des Groß-Muftis und strahlt im orientalischen Glanz.
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| Hasrati Imam Komplex |
Hasrati Imam Moschee mit Platz für 2500 Gläubige wurde erst 2007 grundlegend nach alten Plänen restauriert und wieder aufgebaut. Heute ist die umfangreiche Anlage Sitz des Groß-Muftis und strahlt im orientalischen Glanz.
In
Usbekistan herrscht übrigens Religionsfreiheit und die verschiedenen
Religionen werden gleichwertig behandelt. Deshalb dürfen die Imame
auch nicht fünfmal am Tag ihren Ruf erklingen lassen. Nur freitags
und bei hohen Festen ist es ihnen erlaubt. Es gibt keine
Kirchensteuer. Die Gemeinden tragen sich durch Spenden der Gläubigen
und durch staatliche Unterstützung.
Im
umliegenden Park gibt es viele schattige Sitzgelegenheiten und wir
machen zwischendurch immer mal Gebrauch davon. Susanne hat in einem
kleinen Kunsthandwerker-Geschäft ein hübsches kleines Bild entdeckt
und ist unschlüssig, ob sie es kaufen soll.
Wir
bahnen uns unseren Weg durch die Handwerkergasse in der Nähe des
Chorsu-Basars und bestaunen die Dinge, die dort angeboten werden. Ich
kaufe einen Stempel, um selbst gebackenes Brot zu verzieren. Zum
Kaffeetrinken fahren wir ins Hotel, danach sehen wir uns die Metro an
und fahren einige Stationen. Ähnlich wie in Moskau ist jede Station
anders gestaltet. Teilweise schöne Jugendstil-Elemente, aber leider
ist das fotografieren verboten.
Das
Hamir-Temur-Museum: Ein von außen prachtvoller, moderner Bau.
Betritt man den Saal mit der großen Kuppel, sticht einem sofort der
riesige Kronleuchter ins Auge.
Das Museum selber ist informativ. Man findet viel aus der Zeit der Timuriden, auch Modelle der wichtigsten Gebäude aus dieser Zeit, einen Überblick des Reiches von Amir Temur und den Verlauf der gesamten Seidenstraße.
Das Museum selber ist informativ. Man findet viel aus der Zeit der Timuriden, auch Modelle der wichtigsten Gebäude aus dieser Zeit, einen Überblick des Reiches von Amir Temur und den Verlauf der gesamten Seidenstraße.
Unser
Mittagessen nehmen wir in einem kleinen Restaurant ein, hier ist
schon alles für die Fußballweltmeisterschaft in Russland
vorbereitet. Hier treffen sich die Fans zum Wetten und
Fußballgucken. Für uns gibt es russische Nudelsuppe und gefüllte
Teigtaschen. Sehr schmackhaft.
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| Wir verhandeln |
Nun könne man doch die Nachtigall auf die Blume setzen. Dann übergibt der Vater des Bräutigams einige Geschenke und die Ehevermittlung ist erfolgreich verlaufen. Wenn die Geschenke aber nicht angenommen werden, wird es auch mit der Hochzeit nichts. Savar und ich kommen überein, dass wir in 20 Jahren dieses Thema nochmal vertiefen werden.
Wir
sehen die Minor Moschee, auch bekannt als neue weiße Moschee, sie
gilt als eine der größten Moscheen in Zentralasien. Sie wurde 2014
fertig gestellt und aufgrund einer Initiative des usbekischen
Präsidenten Karimov gebaut. Man kommt über ein großes
Eingangsportal in den Moscheenhof, dann in die Moschee selbst, die
8000 Gläubigen Platz bietet.
Tashkent
wurde 2007 von der Islamischen Organisation für Bildung,
Wissenschaft und Kultur zur islamischen Kulturhauptstadt erklärt.
Aber es gibt in der Stadt auch fünf orthodoxe Kirchen mit dem
Kloster, eine katholische Kirche, eine lutherische Kirche, Synagogen
und andere Kultusorte. So sahen wir uns auch eine russisch-orthodoxe
Kirche an und – schaden kann´s ja nicht – zündeten eine Kerze
an.
Draußen
in der Sonne schloss eine hübsche kleine Katze mit Wolfgang
Freundschaft und Susanne kramte noch ein paar Hundeleckerlies aus
ihrer Tasche.
Es
wird Zeit für uns. Wir müssen zum Bahnhof und steigen dort nach
umfangreichen Sicherheitschecks in den Afrosiyob
Hochgeschwindigkeitszug nach Samarkant. Dieser moderne Zug bringt uns
in zwei Stunden an das über 300 km entfernte Ziel.
Eine
weitere Stunde Zeitverschiebung und es ist schon dunkel, als wir
ankommen. Nach einem Essen im Restaurant beziehen wir die Zimmer im
Registan-Plaza-Hotel. Groß, komfortabel, aber unser kleines Hotel in
Tashkent hat uns besser gefallen.
Am
2. Mai starten wir zunächst mit einer Stadtrundfahrt durch die wohl
märchenhafteste und schönste Stadt des Orients. Bei angenehmen
Temperaturen besuchten wir als erstes das Mausoleum Gur-Emir mit dem
Grab von Timur - ein wunderschönes mit Gold verziertes Gebäude.
Danach kam der wirklich beeindruckende Registan-Platz mit den drei
einmaligen Medresen Ulug Beg, Shir-Dor und Tillja Kari.
Der Anblick dieser drei Gebäude ist wirklich großartig. Wir besichtigten die Medresen mit ihren vielen kleinen ehemaligen Wohnkammern. Heute findet man dort Handwerker, Souvenirverkäufer und Künstler. Auch ein Musiker spielte auf typisch usbekischen Instrumenten.
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| Sehr beeindruckend |
Der Anblick dieser drei Gebäude ist wirklich großartig. Wir besichtigten die Medresen mit ihren vielen kleinen ehemaligen Wohnkammern. Heute findet man dort Handwerker, Souvenirverkäufer und Künstler. Auch ein Musiker spielte auf typisch usbekischen Instrumenten.
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| Plov zum ersten |
Das usbekische Nationalgericht enthält gebratenes oder gekochtes Fleisch, Zwiebeln, Karotten und Reis. Dazu Rosinen, Berberitze, Kichererbsen und evtl. Früchte. Das Kochen übernehmen oftmals die Männer. Es schmeckt uns ausgezeichnet und wir machen uns gestärkt auf zum Observatorium.
Das
Observatorium ist nur zum Teil restauriert, aber dank des kleinen
Museums, das nur 20 Meter entfernt ist, kann man sich das sehr gut
vorstellen. Es ist beeindruckend, mit welchen Mitteln in der
Vergangenheit die Sterne beobachtet worden sind und wie weit die
Menschen ihrer Zeit voraus waren. Gut, dass es den Archäologen
gelang, diesen Ort wieder zu finden.
Dann
geht es an einen Ort, um den sich einige Legenden ranken. Die Moschee
wird Bibi-Khanum zum Andenken an Timurs Lieblings-Gemahlin genannt.
Man erzählt sich, das Bibi eine Affäre mit dem obersten Baumeister
hatte und der Sultan davon Kenntnis erlangte. Daraufhin wurde der
Baumeister zum Tode verurteilt und Bibi musste vom Turm der Moschee
springen. Ob es so stimmt?
Diese
eindrucksvolle Moschee ist in den letzten Jahren zu großen Teilen
wieder aufgebaut worden, hat aber noch nicht ihre ehemalige Dimension
erreicht. Trotzdem bleibt die Bibi Khanum eines der gewaltigsten,
bedeutendsten und beeindruckendsten Bauwerke aus timuridischer Zeit.
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| Wunderschön und farbenfroh |
Nach
einer kleinen Pause im Hotel führt Savar uns in ein Restaurant.
Leider findet hier auch gleichzeitig eine Hochzeit statt und es ist
laut wie in einer Disco. Dann finden wir doch noch ein Plätzchen und
essen ein wenig Salat, eine Suppe, gutes Brot und Fleischspieße.
Typisch usbekisch also. Nach dem Essen möchte Deniz noch zum
Registanplatz, um dort bei Dunkelheit die schöne Stimmung
einzufangen. Wir übrigen lassen uns im Hotel absetzen, der lange Tag
fordert seinen Tribut.
Donnerstag,
der 3. Mai. Die Koffer sind gepackt und unser Tagesablauf sieht vor,
dass wir am Mittag unsere lange Busfahrt ins Asraf Village antreten.
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| Buntes Treiben |
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| Orientalische Gewürzmischung |
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| Das Geld zählen dauert hier etwas länger |
Die Samarkand-Fladenbrote sollen die besten in Usbekistan sein. Die Fladen aus dieser Region sind bekannt für ihre besonderen Dekorationen.
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| Origineller Verkaufsstand |
Wir kaufen ein und möchten dann mit einem Elektroauto zurück zu unserem Bus fahren. Aber diese Wagen werden so schnell erobert, so dass wir keine Chance haben, einzusteigen. Also zurück zu Fuß. Dafür sehen wir noch das Handwerkerhaus, hier findet man wunderschönes hochwertiges Kunsthandwerk.
Auf
der Straße spricht uns ein Mann an und möchte uns zu einem Tee
einladen, um ein wenig mit uns zu plaudern. Er fragt, woher wir
kommen und bedauert, dass wir nicht in der Nähe seines Hauses seien,
denn dann würde er für uns ein Schaf schlachten und uns zum Essen
einladen. Wir bedanken uns lachend und machen uns auf den Weg zum
Bus.
Nach
einem grünen Tee in einem typisch orientalischen Teehaus fahren wir
zu einem Mausoleum, welches jedes Jahr von 300 – 400.000 Pilgern
besucht wird.
Ohne Kopfbedeckung fühlt man sich nicht besonders wohl. Hier gibt es auch Waschräume, in denen die Gläubigen Muslime sich auf den Eintritt in die Moschee vorbereiten.
Eindrucksvoll ist
auch der angrenzende Friedhof, die Grabsteine sind geschmückt mit
den Bildern der Verstorbenen. Einige Leute kommen auf uns zu und
möchten Fotos von uns oder auch mit uns machen. Dies wird uns im
Laufe der Reise noch sehr oft passieren.
Auch hat man den Eindruck,
dass man sehr gern mit uns ins Gespräch kommen und auf alle Fälle
wissen möchte, woher wir kommen und ob es uns in Usbekistan gefällt.
Peter und Deniz arbeiten gleich mal ein Geschäftskonzept aus. Sie
möchten hier ein Hotel bauen, bei so vielen Pilgern wird sich das
schon lohnen. Wir werden gleich mal eingeteilt und uns werden die
notwendigen Arbeiten zugewiesen. Nur sind wir uns da einig: das
müssen die beiden schon allein machen.
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| Teehaus |
Ohne Kopfbedeckung fühlt man sich nicht besonders wohl. Hier gibt es auch Waschräume, in denen die Gläubigen Muslime sich auf den Eintritt in die Moschee vorbereiten.
Eindrucksvoll ist
auch der angrenzende Friedhof, die Grabsteine sind geschmückt mit
den Bildern der Verstorbenen. Einige Leute kommen auf uns zu und
möchten Fotos von uns oder auch mit uns machen. Dies wird uns im
Laufe der Reise noch sehr oft passieren. ![]() |
| Ein kleines Gebet |
Die
nächste Rast beschert uns ein Mittagessen: Salat, Suppe, Kartoffeln,
dazu Wasser und immer natürlich Tee. Hinter dem Haus: Stehklos –
ich werde es nie lernen.
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| Eine mühsame Arbeit, Äste vom Maulbeerbaum |
Mit einem Ohr bekomme ich mit, dass zwischen Deniz und Peter jetzt philosophische Gespräche stattfinden über schöpfen, Schöpfung, Wertschöpfung usw. Mal sehen, was das wird.
Weiter
geht’s und auf dem Weg sehen wir viele gleich aussehende neue
Häuser mit roten Dächern. Allerdings kann sich kaum jemand aus der
Bevölkerung hier ein Haus leisten und so sind sie reserviert für
Angestellte des Staates, wie Polizisten oder Soldaten.
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| Eine kleine Pause |
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| Kühe und Ziegen kreuzen unseren Weg |
Langsam
sind wir genervt von dieser langen Strecke und inzwischen ist es auch
schon dunkel. Wie sollen wir nur die Abzweigung in dieser
Wüstenlandschaft finden? Unsere Stimmung sinkt. Plötzlich sehen wir
einen Scheinwerfer, der uns anzeigt, wo wir abbiegen müssen. Ein
Auto fährt vor uns her und ist plötzlich aber wieder verschwunden.
Wir fahren stoisch weiter, irgendwo muss der Weg ja hinführen. Wir
kommen auf ein Plateau, die von Autoscheinwerfern hell erleuchtet
ist. Auf der der ebenen Platte: ein Tisch, zwei Männer, einer
schwingt die Deutschlandfahne, einer schwingt die usbekische Fahne.
Auf dem Tisch Champagner, Erdbeeren, Süßigkeiten. Und so wurden wir
begrüßt von unseren Gastgebern, den Abgesandten unseres
Reiseveranstalters, die schon seit zwei Stunden auf uns gewartet
hatten. Wir sind begeistert und gerührt über diese wunderbare
Geste. Dann stehen wir mitten in der Wüste, trinken Champagner,
essen Erdbeeren und über uns ein wundervoller Sternenhimmel. Was
will man mehr?
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| Wir werden herzlich begrüßt |
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| Champagner und Erdbeeren |
Dann
fahren wir weiter in eines der ältesten Dörfer der Nurata
Mountains. Wenn wir dachte, der Weg bis hierher wäre holprig, wurden
wir jetzt belehrt, dass es noch schlimmer geht, sehr steil und sehr
schmal. Es ist dunkel und wir erkennen erst am nächsten Tag, wie nah
wir am Abgrund entlang gefahren sind.
Wir
erreichen das Dorf, in dem einige Familien leben und zusammen ein
Gästehaus mit 5 Räumen gebaut haben. Die Zimmer sind klein und
ausgestattet mit jeweils drei Betten. Sonst gibt es da nichts. Kein
Schrank, kein Stuhl, kein Spiegel. Die Toilette und die Dusche
befinden sich seitlich vom Haus.
Zum Abendessen gibt es traditionelle usbekische Gerichte, wie immer Salat, Suppe und ein Hauptgericht. Nach dem Essen kommen zwei Männer mit einem kleinen Jungen und machen Musik. Die anderen zum Dorf gehörenden Kinder hat man in traditionelle Kleidung gesteckt und sie tanzen. Ein kleines Mädchen sichtlich gern, die zwei kleinen Jungen werden immer wieder animiert.
So ist es wohl, wenn alle ihren Beitrag zum Überleben des Dorfes
leisten müssen, ob einem das gefällt oder nicht.
Auch die Erwachsenen werden zum Mittanzen aufgefordert.
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| Wir leben gut |
Zum Abendessen gibt es traditionelle usbekische Gerichte, wie immer Salat, Suppe und ein Hauptgericht. Nach dem Essen kommen zwei Männer mit einem kleinen Jungen und machen Musik. Die anderen zum Dorf gehörenden Kinder hat man in traditionelle Kleidung gesteckt und sie tanzen. Ein kleines Mädchen sichtlich gern, die zwei kleinen Jungen werden immer wieder animiert.
So ist es wohl, wenn alle ihren Beitrag zum Überleben des Dorfes
leisten müssen, ob einem das gefällt oder nicht. Auch die Erwachsenen werden zum Mittanzen aufgefordert.
Wir
legen uns in unsere Betten und schlafen tief und fest. Es ist nichts
zu hören außer Hundegebell in der Nacht. Vorsichtshalber legen wir
unsere Taschenlampen bereit. Am nächsten Morgen werden wir vom
Hahnengeschrei geweckt und ich bin froh, dass wir bald weiterfahren
werden. Ich bekomme leider nur kaltes Wasser zum Duschen, Peter hat
da mehr Glück und kann heiß duschen.
Jetzt
am Morgen kann man die Idylle des Dorfes erst erfassen und meine
Meinung ändert sich sehr schnell. Hühner laufen herum, es gibt
Ziegen und ein Kälbchen. Ein intaktes Dorfleben und eine herrliche
Ruhe. Die großen Ruhebetten werden von Männern und Frauen getrennt
genutzt und man empfindet totale Entspannung.
Wir helfen beim Brotbacken, die Brotfladen werden an die Ofenwände gepresst und dann vorsichtig mit dicken Handschuhen wieder entfernt. Wir bekommen bald ein gutes Frühstück mit noch warmem Brot und genießen es.
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| Brot backen |
Wir helfen beim Brotbacken, die Brotfladen werden an die Ofenwände gepresst und dann vorsichtig mit dicken Handschuhen wieder entfernt. Wir bekommen bald ein gutes Frühstück mit noch warmem Brot und genießen es.
Nach
dem Essen sehen wir uns ein wenig um und Savar fordert uns zu einem
kleinen Spaziergang auf. Uns Frauen ist die Dorfidylle lieber und so
geht er mit den Männern allein. Sie kommen an ein kleines Haus, in
dem die Schule untergebracht ist.
Hier lernen 8 Kinder, von der 1. bis zur 4. Klasse. Sie begrüßen die Spaziergänger mit „Guten Morgen“ und der Lehrer erklärt, dass er gerade Deutschunterricht gibt und präsentiert ein deutsches Schulbuch. Erstaunlich.
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| Die Schulklasse beim Deutschunterricht |
Hier lernen 8 Kinder, von der 1. bis zur 4. Klasse. Sie begrüßen die Spaziergänger mit „Guten Morgen“ und der Lehrer erklärt, dass er gerade Deutschunterricht gibt und präsentiert ein deutsches Schulbuch. Erstaunlich.
Inzwischen
helfe ich, das Mittagessen zuzubereiten. Was soll es geben? Ja,
wieder mal Suppe und Plov. Wir schnippeln also jede Menge Gemüse,
teils für die Suppe, teils für den Plov. Für so viele Leute muss
natürlich die Menge entsprechend sein und wir sind froh, als es
endlich daran geht, die Töpfe heiß zu machen.
Wenn
ich am Vorabend noch eher genervt war von dieser einfachen
Ausstattung und dem wenig komfortablen Leben hier, überkommt mich
heute morgen eine herrliche Ruhe und ich genieße dieses Umfeld ganz
entspannt und freue mich jetzt schon auf unser gemeinsames Essen.
Wir
sitzen im Schatten, die Hühner wuseln um uns herum, der Hund liegt
faul in der Sonne und ein paar Männer lümmeln sich auf einem der
Ruhebetten, Taptschan genannt, herum.
Zwischendurch gehen wir ein paar Schritte durch den angelegten Garten zu einem über 1000 Jahre alten Maulbeerbaum. Der heilige Baum, von dem alles genutzt wird. Das Holz, die Blätter für die Seidenraupen, die leckeren Früchte.
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| Es geht uns gut. |
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| Idylle |
Wir
sitzen im Schatten, die Hühner wuseln um uns herum, der Hund liegt
faul in der Sonne und ein paar Männer lümmeln sich auf einem der
Ruhebetten, Taptschan genannt, herum. Zwischendurch gehen wir ein paar Schritte durch den angelegten Garten zu einem über 1000 Jahre alten Maulbeerbaum. Der heilige Baum, von dem alles genutzt wird. Das Holz, die Blätter für die Seidenraupen, die leckeren Früchte.
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| Sie begegnen uns unterwegs und alle steigen aus dem kleinen Auto! |
Die Wüste ist 260.000 Quadratkilometer groß. Wir fahren zum See von Aydarkul, 260 km lang, 30 m breit. Hier werden wir in Jurten übernachten und sind schon sehr gespannt, was uns erwartet.
Endlich
kommen wir an im Jurtenlager. Unsere Gastgeberin ist eine Russin,
sehr blond mit einem schwungvollen Lidstrich. Sie erklärt, dass für
uns zwei Jurten reserviert seien.
Die Jurten sind zwar mit mehreren Schlafplätzen ausgestattet, aber wir würden doch gern jeweils pro Paar eine eigene bewohnen. Das macht die Frau sehr schnell möglich für 50 Dollar Aufschlag natürlich. Es gibt ein Duschhaus und ein Toilettenhaus in entgegengesetzter Richtung. Beides in keinem guten Zustand, freundlich ausgedrückt.
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| Unsere Luxusunterkünfte |
Die Jurten sind zwar mit mehreren Schlafplätzen ausgestattet, aber wir würden doch gern jeweils pro Paar eine eigene bewohnen. Das macht die Frau sehr schnell möglich für 50 Dollar Aufschlag natürlich. Es gibt ein Duschhaus und ein Toilettenhaus in entgegengesetzter Richtung. Beides in keinem guten Zustand, freundlich ausgedrückt.
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| Wolfgang ist hier nicht zu sehen er fordert gerade sein Kamel auf, Peter zu beißen, |
Das
Abendessen besteht aus – ratet mal – richtig. Salat, Suppe, Plov.
Aber dafür gibt es reichlich Wodka und das kommt uns sehr zugute.
Wir nehmen reichlich davon und sind so ganz sicher, dass wir die
Nacht irgendwie überstehen.
Samstag,
5. Mai. Man muss sich schon überwinden, aber dann erfrischt die
eiskalte Dusche schon. Ich habe alle Handtücher aus der Jurte
mitgenommen und sie auf den Duschboden geworfen. So konnte ich
einigermaßen unbeschadet einsteigen. Der Gastgeberin, die gerade
vorbei geht, könnte man raten, mal einen Putzeimer mitzunehmen und
etwas zu tun für das Übernachtungsgeld.
Nach
dem Frühstück machen wir einen langen Spaziergang um den See.
Wir sind hier ganz allein und es ist ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Wieder zurück im Jurtendorf wird uns ein Fischgericht mit sehr vielen Gräten serviert. Peter macht heute mal Diät.
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| Ein ganzer See für uns allein |
Wir sind hier ganz allein und es ist ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Wieder zurück im Jurtendorf wird uns ein Fischgericht mit sehr vielen Gräten serviert. Peter macht heute mal Diät.
Es
ist inzwischen sehr heiß geworden und wir machen uns auf die Reise
nach Buhara. Wir halten in Nurota, einer kleinen Stadt mit einer
Quelle heiligem Wasser und die Leute nehmen es in großen Flaschen
mit. Die Quelle und die sie umgebenden sakralen Gebäude – unter
anderem eine Kuppelmoschee aus dem 10. Jahrhundert – sind ein
Wallfahrtszentrum.
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| Nurota |
Weiter
geht’s auf holpigen Straßen. Wir sehen Pferde, Dromedare und Esel.
Braune Wüste, sehr eintönige Landschaft. Plötzlich dann am
Horizont ist alles grün. Wir erreichen Navoyi, hier gibt es saftige
Wiesen, Bäume, Landwirtschaft. Wir finden ein schönes Lokal, sitzen
dort im Garten, gönnen uns ein gefülltes Fladenbrot und Cola. Und
on Top gibt es noch eine saubere Toilette. Was will der Mensch mehr?
Wir
kommen schließlich in Buhara an und beziehen unsere Zimmer in einem
sehr schönen Hotel mitten in der Altstadt. Wunderbar.
Das Abendessen nehmen wir bei einer Familie ein, die Frau eines deutschsprachigen Reiseleiters kocht für uns. Der Reiseleiter selbst ist gar nicht zu Hause, nimmt aber telefonisch Kontakt zu Deniz auf und fragt, ob es uns schmeckt.
Das können wir nur bejahen, man merkt, dass die Frau
eine professionelle Köchin ist und wir sind mehr als zufrieden. Auf
dem Rückweg machen wir noch schnell Fotos von dem schön
angeleuchteten Minarett.
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| Der Innenhof unseres Hotels |
Das Abendessen nehmen wir bei einer Familie ein, die Frau eines deutschsprachigen Reiseleiters kocht für uns. Der Reiseleiter selbst ist gar nicht zu Hause, nimmt aber telefonisch Kontakt zu Deniz auf und fragt, ob es uns schmeckt.
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| Abendstimmung |
Sonntag,
der 6. Mai. Unser Hotel liegt wirklich mitten in der Altstadt und wir
genießen es sehr, zu den vielen interessanten Orten nur ein paar
Schritte zu benötigen.
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| Holzsäulen |
Dann
kommen wir zur Zitadelle Ark. Sie war die Residenz der Khane Buharas.
Die Festung befindet sich seit dem 4. Jahrhundert vor Christus an
diesem Ort in Buhara. Durch mehrmaliges Zerstören und Wiederaufbauen
ist über die Jahrhunderte ein 20 Meter hoher, künstlicher Hügel
entstanden. Ein wunderbarer Bau, dessen Haupteingang mit zwei wie
Säulen gehauenen Türmen ausgestattet ist. Das Obergeschoss der
Türme vereinigt sich in einer Galerie, wo auch eine Terrasse
angelegt ist. Die angegliederte ehemalige Moschee ist umgewandelt
worden in ein Kalligrafie-Museum. Es gibt außerdem ein Natur- und
Geschichtsmuseum.
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| Diese herrlichen Farben sieht man überall |
Nun
sind wir fast wieder an unserem Hotel. Gegenüber gibt es ein kleines
Cafe, wir trinken etwas und plaudern mit der deutschen Gastwirtin.
Dann spazieren wir gemeinsam durch die Basare und Geschäfte in
Richtung unseres Gastgebers, der heute für unser Mittagessen sorgen
wird. Wieder eine privater Gastgeber, aber damit haben wir ja schon
gute Erfahrungen gemacht. Und tatsächlich, es erwartet uns ein
schöner Innenhof, ein liebevoll gedeckter Tisch in einem noch
interessanteren Sammlerzimmer mit unzählige alten Radios und
hervorragendes Essen.
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| Unser Gastgeber ist ein großer Sammler |
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| Auch hier wieder diese herrlichen Farben |
Auf
dem Rückweg sehen wir einen kleinen Friseurladen und Peter legt sich
mutig unters Messer, lässt den Bart in Form schneiden.
Dann ist noch ein wenig Shopping angesagt, es gibt schöne Tücher aus Baumwolle oder Seide, allerlei Kunsthandwerk und Teppiche. Etwas später sehen wir uns eine traditionelle Musik- und Trachtenvorführung aller usbekischen Provinzen an.
In den umliegenden Geschäften kann man all die schönen Sachen auch kaufen und wir können einigen schönen Tüchern nicht widerstehen.
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| Der Mann hat Mut |
Dann ist noch ein wenig Shopping angesagt, es gibt schöne Tücher aus Baumwolle oder Seide, allerlei Kunsthandwerk und Teppiche. Etwas später sehen wir uns eine traditionelle Musik- und Trachtenvorführung aller usbekischen Provinzen an.
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| Bunte Trachten und traditionelle Musik |
In den umliegenden Geschäften kann man all die schönen Sachen auch kaufen und wir können einigen schönen Tüchern nicht widerstehen.
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| Das möchten wir nicht essen |
Rindfleischstücke, gekocht und in Fett schwimmend. Wir verzichten und ernten ungläubige Blicke von den Kellnern. Der Absacker im Hotel entschädigt uns.
Montag,
7. Mai. Wir müssen uns von unserem tollen Hotel und dieser wirklich
wunderschönen Stadt mit den islamischen
Prachtbauten, überkuppelten Basaren und der schönen Altstadt
verabschieden und checken aus. Man stattet uns
noch aus mit Brot, Obst und Gemüse. Dann geht es zum
Samaniden-Mausoleum.
Wann
genau der Bau entstand ist ungeklärt, er wird ungefähr auf das 10.
Jahrhundert datiert. Man vermutet, dass es sich um das früheste
islamische Kuppelgrab handelt. Früher waren im Bereich des Islams
auch hochgestellte geistliche und weltliche Personen lediglich in
schlichten Erdgräbern beigesetzt worden. Dieses Gebäude wird –
ähnlich wie die Kaaba – besonders verehrt. Man sagt, dass hier
Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man das Gebäude dreimal umrundet.
Die
Weiterfahrt nach Chiwa steht an, allerdings sind die Straßen so
fürchterlich schlecht, dass wir nur sehr langsam voran kommen.
Manchmal geht es sogar nur im Schritttempo weiter, so brauchen wir
für 48 Kilometer ca. 2 Stunden.
Ja,
aus dem Auto steigen müssen wir zwischendurch mal, für den Gang zur
Wüstentoilette nach etlichen Stunden Autofahrt. Irgendwo gibt es
doch immer einen kleinen Hügel, hinter dem man sich verstecken kann.
Susanne weiß, was ich meine.
Erst
als wir zurück sind, klärt Savar uns auf, dass es hier durchaus
giftige Schlangen gibt.
Jetzt
endlich fängt die Autobahn an und wir rasen mit 90 km/h in Richtung
Chiwa. Irgendwann kommen wir an eine Raststätte und werden mit
Teigtaschen und Schaschlik versorgt.
Zusätzlich haben wir ja noch unsere mitgebrachten Salate, Erdbeeren und Brote, und so werden wir satt und sind zufrieden.
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| Eine kleine Pause |
Zusätzlich haben wir ja noch unsere mitgebrachten Salate, Erdbeeren und Brote, und so werden wir satt und sind zufrieden.
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| Auf dem Hof der Raststätte. Wolfgang lädt mich zu einer Fahrt in seinem Cabrio ein. |
Kurz
vor Chiwa wird es wieder grün. Wir sehen liebevoll angelegte Gärten
und große landwirtschaftliche Flächen. Viel Baumwolle.
Wir
erreichen Chiwa, die Oasenstadt mit der märchenhaften Atmosphäre
und einer Altstadt, die an eine Filmkulisse erinnert. Heute gehört
Chiwa zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Altstadt gleicht einem
Freilichtmuseum mit zahlreichen Moscheen, Medressen (Koranschulen)
und Mausoleen. Zu den markantesten orientalischen Bauwerken gehören
die mächtigen Mauern der Kunya-Ark-Festung, auf denen sich ein
Spaziergang lohnt, der Palast Tasch-Hauli sowie die Minarette Islam
Hodscha und Kalta Minor.
Unser
Hotel besteht aus einem Haupthaus und drei Nebenhäusern. Wir
bekommen unsere Zimmer in einem Nebengebäude, schön ruhig, aber
auch altmodisch und nichts besonderes. Nach einem Abendessen in
Büffetform fallen wir alle müde ins Bett – natürlich mit
Ausnahme von Deniz und Wolfgang, die ja ihren Abendspaziergang
brauchen.
Dienstag,
8. Mai. Frühstück, dann direkt hinter dem Hotel das Südtor, das
uns in die Altstadt führt. Beeindruckend das Mauerwerk. Alte
Grabstellen, direkt an der Mauer. Der Hintergrund ist, dass es im
Islam verboten ist, über Gräbern Kriege zu führen und so war den
Gegnern das Stürmen dieses Tores nicht gestattet.
Savar
hat uns abgeholt, wir sind ja in seiner Heimatstadt und er hat
endlich seine Familie wiedergesehen. Er berichtet, dass er die halbe
Nacht mit seinem kleinen Sohn gespielt hat.
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| Chiwas Altstadt |
Die
Juma Moschee aus dem 7. Jahrhundert hatte früher Platz für 5000
Gläubige. Kunstvolle Schnitzereien verzieren die Holzsäulen der
Sommermoschee. Hier befinden sich 213 dieser unterschiedlichen
Säulen.
Unsere
Pause führt uns auf die Terrasse eines Teehauses in der 1. Etage. Es
gibt guten Tee, Kaffee und deutschen Kuchen. Ein laues Lüftchen
umweht uns. So kann man es aushalten.
Wir
schlendern weiter durch die Altstadt. Die meisten Gebäude sind aus
sonnengetrockneten Ziegeln und Tonerde gebaut. Nur die Toreingänge
und Flankentürme sind aus gebrannten Ziegeln erbaut.
Im
Innenhof des Palastes der Festung Ko’hna Ark aus dem 17.
Jahrhundert wurde die Jurte für Ehrengäste errichtet, denn die
Usbeken behielten im Mittelalter ihre Jurte auch in der Stadt bei.
Das
Kalta-Minor-Minarett sollte so hoch werden, dass man es bis im 450
Kilometer entfernten Buchara sehen könnte. Doch als der Bauherr 1855
in einer Schlacht fiel, stellte man die Bauarbeiten nach 28 Metern
ein.
Dann
gibt es ja noch das 57 Meter hohe Minarett der Medrese Islom Xoja. Es
gilt als das letzte islamische Bauwerk vor der Oktoberrevolution: Es
wurde erst 1910 erbaut.
Man kann in jedem Reiseführer nachlesen,
dass der Aufstieg auf das Minarett nicht empfohlen wird, weil
heftiger Muskelkater die Folge sein kann. Das lassen sich Wolfgang
und Peter ja nicht nehmen. Sie müssen nach dem Mittagessen unbedingt
da rauf. Dunkel, verschieden hohe Stufen, nix für Feiglinge. Mal
sehen, wie es ihnen morgen geht.
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| Noch lachen sie |
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| Usbekische Seide |
Der Preis stimmt auch, nachdem wir ein wenig gehandelt haben und so schlagen wir zu.
Zum
Abendessen im Sommerpalast tragen wir dann die usbekische Tracht, das
Kopftuch lassen wir allerdings weg.
Mittwoch,
9. Mai und Abschied von Chiwa. Besonders traurig für Savar, denn er
muss uns noch zurück nach Tashkent begleiten, dort eine weitere
Touristengruppe übernehmen und erst dann kann für ihn die
Sommerpause losgehen. Diese Zeit verbringt er größtenteils damit,
in Schulen teilweise zu unterrichten und teilweise notwendige
Reparaturarbeiten auszuführen. Dazu sind alle
Universitätsabsolventen verpflichtet, die auf Kosten des Staates
studiert haben. Übrigens gibt es auch eine Regelung für alle
Staatsdiener: sie müssen sich an der Ernte der Baumwolle beteiligen
und einige Wochen auf dem Land arbeiten.
Wir
fahren zum Flughafen, Wolfgang und Peter sehen etwas grünlich aus.
Erdbeeren am Abend sind hier nicht ungefährlich. Der Flug dauert nur
eine Stunde, dann fahren wir wieder in unser hübsches Hotel in
Tashkent. Nach einer Pause machen wir uns wieder auf, uns noch etwas
die Stadt anzusehen.
Zum
Beispiel die Tellya Sheikh Moschee. In deren Bibliothek befindet sich
der angeblich älteste Koran der Welt aus dem Jahr 655. Leider haben
wir heute den 9. Mai, hier ein Feiertag, der Tag des Kriegsendes. Und
so können wir den Koran nicht besichtigen.
Wir
machen uns auf in ein Restaurant in der Nähe eines Wasserfalls. Hier
erwartet uns der Vertreter des Reiseveranstalters, den wir schon im
Dorf kennengelernt hatten.
Er bestellt für uns ein wunderbares Essen und wir haben ein paar wirklich tolle Stunden in einer sehr sehr schönen Umgebung. Wir fühlen uns wirklich sehr gut aufgehoben und sind sehr dankbar für diese Fürsorge.
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| Schönes Ambiente, auch der türkische Präsident war schon hier |
Er bestellt für uns ein wunderbares Essen und wir haben ein paar wirklich tolle Stunden in einer sehr sehr schönen Umgebung. Wir fühlen uns wirklich sehr gut aufgehoben und sind sehr dankbar für diese Fürsorge.
Danach
führt Savar uns noch in das Geschäft, in dem Susanne von einigen
Tagen dieses wunderschöne Bild entdeckt hat. Sie konnte es nicht
vergessen und nun sollte der Kauf getätigt werden. Nur leider waren
die Preise inzwischen kräftig erhöht worden. Nach langem Handeln
und tollkühnem Einsatz von Savar hatte Susanne endlich ihr Bild in
den Händen und strahlte mit der Sonne um die Wette.
Am
Abend sind es wieder unsere Reiseveranstalter, die uns in ein tolles
Hotel bitten. Wir sitzen auf der Dachterrasse und haben einen tollen
Blick über die Stadt. Es ist uns etwas wehmütig zumute, jetzt ist
unserer Reise wirklich zu Ende.
In dem Hotel findet eine usbekische Hochzeit statt und wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, wie toll hier gefeiert wird. Tolle Kleider, edel eingedeckte Tische und mehr als 200 Gäste kann man hier bestaunen. Auch das Fernsehen ist dabei und mehrere Livebands und Solosänger spielen und singen.
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| Auf der Terrasse des Hotels mit großartigem Blick auf das Theater |
In dem Hotel findet eine usbekische Hochzeit statt und wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, wie toll hier gefeiert wird. Tolle Kleider, edel eingedeckte Tische und mehr als 200 Gäste kann man hier bestaunen. Auch das Fernsehen ist dabei und mehrere Livebands und Solosänger spielen und singen.
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| Etwas später |
Aber
auch oben auf der Terrasse geht es bei uns lustig zu. Unsere
Gastgeber haben noch Geschenke für uns, jeder bekommt einen
Kaffeebecher mit seinem Konterfei und wir bekommen alle ein
Zertifikat, in dem festgehalten ist, dass wir den original-usbekische
Plov kochen können. Wir sind sprachlos und wissen gar nicht, wie wir
uns bedanken sollen.
Das
Tüpfelchen auf dem I ist dann noch ein Feuerwerk anlässlich des 9.
Mai, dem Tag des Kriegsendes, der in Usbekistan ein Feiertag ist.
Ein
wunderbarer Abend geht zu Ende und damit auch ein wunderbarer Urlaub,
mit vielen tollen Erlebnissen, lieben und netten Menschen und
vielfältigen Eindrücken, die wir erst einmal verarbeiten müssen.
Noch
in der Nacht geht unser Flug nach Istanbul, wir müssen Abschied
nehmen von Susanne und Wolfgang, die nach Hamburg fliegen. Dann geht
es für uns nach Bremen, der Orient ist weit weg und wir denken doch
so gern zurück.
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| Ein Zweig vom heiligen Baum - Maulbeeren |
Nun
will ich mich zum Schluss noch bedanken. Natürlich bei Deniz, weil
er uns mitgenommen hat und uns so einen schönen Urlaub ermöglichte.
Er war immer freundlich, unermüdlich erklärend, interessant
erzählend und verstand uns zu begeistern für die Orte, die wir
besucht haben. Am liebsten allerdings hörte ich von Deniz
Geschichten über seine Mutter, die wohl ihrer Zeit weit voraus war
und selbstbestimmt und selbstbewusst ihr Leben lebte.
Meine
absolute Hochachtung gilt Rita, die trotz ihrer gesundheitlichen
Einschränkung alles mitmachte, nie schlecht gelaunt war und gern mit
uns lachte. Eine absolute Steh-Auf-Frau mit viel Power und
Optimismus. Ich hoffe so sehr, dass es ihr bald besser geht.
Ich
danke auch Wolfgang für die vielen notwendigen Lektionen in
deutscher Sprache. Er hat wohl seine Neigung zum Beruf gemacht. Jede
noch so kleine unlogische Bemerkung oder ein fehlerhafter Ausdruck
wurde von Wolfgang sofort humorvoll korrigiert. Ich werde immer an
ihn denken, wenn ich mal wieder brauchen ohne zu gebrauche. Danke,
dass du die wunderbare neue Wortschöpfung von Deniz: „Er wurde
abgeköpft“ in deinen inneren Duden aufgenommen hast.
Danke
an Susanne für ihren Optimismus, ihre Freude, die sie an jedem neuen
Morgen auf uns übertrug, wenn es daran ging, neue Dinge zu erleben
und zu sehen. Ihr beide, Wolfgang und du, seid die besten
Reisepartner, die man sich wünschen kann. Danke für deine Zuneigung
und Freundschaft. Wir werden sicherlich noch mal zusammen auf Tour
gehen.
Zum
Schluss natürlich Danke an meinen Liebsten, meinen Peter. Es ist
wunderbar, dass wir immer noch gemeinsame Ziele haben. Mit dir reise
ich überall hin.































































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