Nach
der aufwändigen Vorbereitung (Visa u.ä.) geht es dann am 25. April
los. Mit dem Taxi nach Bremen, dann ein ungemütlicher Flug nach
Istanbul. Ungemütlich, weil sich neben mir eine übergewichtige Frau
breit macht, die zu allem Überfluss auch noch ihren Kaffee über mir
ausschüttet. Ankunft in Istanbul, der Flughafen ist ein Tummelplatz
interessanter Menschen. Ich könnte hier sitzen bleiben und dieses
Treiben stundenlang beobachten.
Wir
treffen unsere Mitreisenden aus Hannover, die auch an dem Kongress
teilnehmen. Zusammen fliegen wir nach Baku. Der Zeitunterschied zu
Deutschland beträgt 2 Stunden.
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| Die Flammentürme, nachts besonders toll |
Wir
fahren in ein kleines Restaurant, in dem wir noch etwas zum Essen
bekommen. Das Restaurant ist in einzelne kleine Räume aufgeteilt, so
dass man unter sich bleiben kann. Dies ist uns während der Reise
immer wieder aufgefallen. Wir nehmen hier allerdings mit den
Vorspeisen vorlieb, denn so spät möchte keiner von uns mehr essen.
Vor dort laufen wir in unser Hotel, das Monolith Plaza, das
gleichzeitig das Kongresshotel ist. Gemäßigter Sowjet-Style, aber
große und gut ausgestattete Zimmer. Wir schlafen gut und sind sehr
gespannt auf den nächsten Tag.
Der
26. April ist der erste Tag des Kongresses und unsere Mitreisenden
sind schon früh auf, führen Gespräche, bereiten ihre Beiträge
bzw. die Workshops vor. Viele junge Menschen bevölkern das Hotel und
wir drücken die Daumen, dass alles zur Zufriedenheit abläuft.
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| Stadt der Winde |
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| Promenade |
Das Kaspische Meer mit seinem glitzernden Wasser lässt diese Stadt noch attraktiver erscheinen. An der ewig langen Promenade entlang des Wassers findet man die besten und teuersten Hotels. Leider können wir den geplanten Spaziergang auf der Promenade nicht machen, da Baku an diesem Wochenende der Austragungsort der Formel 1 ist und viele Straßen gesperrt sind.
Mitten
in dieser hochmodernen Umgebung findet sich dann die historische
Altstadt, von einer gigantischen Stadtmauer umrahmt. Sie steht seit
dem Jahre 2000 auf der Weltkulturliste der UNESCO. Bis in das 19.
Jahrhundert wurde die Mauer, deren älteste Elemente noch auf das 11.
Jahrhundert zurückgehen, oftmals verstärkt und erweitert.
Der Rest
der Altstadt besticht durch enge, verwinkelte Gassen mit
Kopfsteinpflaster sowie durch alte Häuser aus der Zeit vor der
russischen Eroberung. Bedeutendste Baudenkmäler sind der Palast der
Schirwanschahs mit dem Jungfrauenturm sowie die Mohammed-Moschee mit
dem faszinierenden Synyk-Kalah-Minarett aus dem Jahre 1093. Die alte
Koranschule, die Karawanserei, die Innenhöfe mit Orangen- und
Zitronenbäumen bieten Ruhe mitten in der Großstadt.
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| Karawanserei |
In
einer kleinen Bäckerei an der Straße probieren wir gerade die süßen
Kuchen, als ein Mann uns anspricht und uns ein Bild vor die Nase
hält. Es zeigt ihn Arm in Arm mit Berti Vogts, der lange Zeit
Nationaltrainer in Aserbaidschan war, und er ist begeistert, dass wir
so beeindruckt sind.
Wir
fahren ins Hotel, ruhen uns ein wenig aus und pflegen die müden
Füße. Am Abend werden wir abgeholt und kommen in ein Hotel mit
einem überwältigendem Blick auf das Kaspische Meer und die Lichter
der Stadt. Es findet ein Galadinner statt mit den
Kongressteilnehmern. Alle sind guter Stimmung, das Essen ist gut und
die Kellner werden nicht müde, immer mehr Platten mit Leckereien auf
die Tische zu stellen.
Später
im Hotel lädt Peter unsere Gruppe noch zu einem Absacker ein und
verrät erst jetzt, dass er heute Geburtstag hat. Wir trinken auf
sein Wohl und dann geht die nette Runde müde ins Bett, am nächsten
Morgen wartet ja auf einige die Arbeit.
27.
April.
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| Anar - immer um uns besorgt |
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| Safran |
Ungewöhnlich: das Fell ist innen, das Leder außen.
Eine
Bettlerin wird von den Marktfrauen beschimpft. In Aserbaidschan wird
nicht gebettelt, das ist Ehrensache.
Wir
fahren weiter und holen nach einigem Hin und Her noch weitere drei
Personen ab. Sie kommen aus der Schweiz und sind ebenfalls
Kongressteilnehmer.
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| Auf dem Weg sehen wir uns noch einen Friedhof an |
Dieser
festungsartige fünfeckige Komplex wurde im 17. und 18. Jahrhundert
erbaut. Das 1883 verlassene Bauwerk wurde 1975 in ein Museum
umgewandelt. Das Bauwerk liegt auf einem Gasfeld, das einst
natürliche Feuer hervorgebracht hat.
Inschriften am Tempel weisen ihn als früheres Sikh- und Hindu-Heiligtum aus, das von bedeutenden hinduistischen Händlern, die in Baku gelebt haben, errichtet worden war. Der Tempel wurde von den Einheimischen dennoch immer wieder mit den Heiligtümern der Zoroastrier in Verbindung gebracht. Indes kann nicht genau bewiesen werden, ob diese Religionsgemeinschaft mit dem Tempelbau in Beziehung steht und ihn verwendet hat oder nicht.
Inschriften am Tempel weisen ihn als früheres Sikh- und Hindu-Heiligtum aus, das von bedeutenden hinduistischen Händlern, die in Baku gelebt haben, errichtet worden war. Der Tempel wurde von den Einheimischen dennoch immer wieder mit den Heiligtümern der Zoroastrier in Verbindung gebracht. Indes kann nicht genau bewiesen werden, ob diese Religionsgemeinschaft mit dem Tempelbau in Beziehung steht und ihn verwendet hat oder nicht.
Nach
einem kleinen Mittagessen machen wir uns auf zu den brennenden
Bergen. Bis zu drei Meter hohe Flammen steigen aus einem zehn Meter
breiten Grat an dem Kalksteinhügel Yanardag.
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| Das Feuer läßt sich nicht löschen |
Heute
existieren nur eine Handvoll solcher natürlicher brennender
Erdgasquellen in der Welt, die meisten davon in Aserbaidschan.
Aufgrund des großen Erdgasvorkommens unter der Halbinsel Abscheron
haben dort schon während des Altertums Feuer natürlichen Ursprungs
gebrannt, worüber historische Schriftsteller wie Marco Polo
berichtet haben.
Wir
besichtigen das Haus der Familie Nobel. Die Nobels kamen
ursprünglich, um Eisenholz für Gewehrschäfte nach Schweden zu
exportieren, aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde
auf der Halbinsel Öl entdeckt, und die Stadt erlebte ihren ersten
Boom.
Die reiche Familie Nobel baute sich in Baku einen eindrucksvollen Palast. Dieser zeigt noch immer mit Erkern und Türmchen, Ornamenten und Balkonen den Wohlstand seiner Erbauer.
Die reiche Familie Nobel baute sich in Baku einen eindrucksvollen Palast. Dieser zeigt noch immer mit Erkern und Türmchen, Ornamenten und Balkonen den Wohlstand seiner Erbauer.
Am
Abend gehen wir in ein tolles Restaurant, schön gelegen und sehr
modern und edel. Wir bekommen verschiedene Vorspeisen und
ausgezeichnetes Fleisch. Hier erfahren wir auch, dass seit Neuestem
keine Euros und Dollars mehr in den Restaurants genommen werden. Ein
neues Gesetz verbietet es. Nach einigem Hin und Her wird der Einsatz
einer Kreditkarte möglich gemacht. Ein Taxifahrer, der
wahrscheinlich den Formel-1-Fahrern Konkurrenz machen will, bringt
uns nach Hause und nimmt von Peter den doppelten Preis als den der
Hinfahrt, den der türkisch-sprechende Deniz gezahlt hat. Ja, das mit
dem Kapitalismus lernen überall die Taxifahrer zuerst.
Samstag,
28. April
Nach
einer kurzen Nacht geht es am nächsten Morgen in das
Naturschutzgebiet Qobustan. Rechts von uns viele Bohrtürme, an der
linken Seite das Kaspische Meer. Hier werden im Uferbereich einige
Hotelanlagen gebaut. Zur Straße hin wird der Strandbereich durch
eine hohe Mauer begrenzt. Es besteht keine Möglichkeit, ans Wasser
zu kommen. Anar versichert uns aber, dass es Strandabschnitte für
die Bevölkerung gäbe.
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| Wir sind früh da und fast allein auf dem Gelände |
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| Schlammvulkane |
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| Die schöne Altstadt von Baku |
Von Anar verabschieden wir uns hier. Wir schlendern durch die belebten Straßen, bewundern die Geschäfte (alle großen Label sind hier vorhanden) und setzen uns dann zum Essen in ein Restaurant. Es herrscht eine schöne entspannte Stimmung in dieser Stadt. Später nehmen wir ein Taxi ins Hotel.
Am
Abend sind wir nochmal eingeladen zu einem Abschiedsdinner. Hier
treffen sich alle Teilnehmer an dem Kongress und alle Teilnehmer an
den Workshops, um ihre Zertifikate in Empfang zu nehmen. Ein junger
Arzt ist abgestellt, uns abzuholen und zu einem Restaurant zu
bringen. Dies ist ein ehemaliger Basar, sehr großzügig und
interessant eingerichtet. Es gibt schöne Vorspeisen, dann Suppe und
ein Fleischgericht. Ein gutes Brot ist auch immer dabei. Auch Wein
und Bier können wir haben.
Die
Stimmung ist sehr gelöst. Die Studentinnen und Studenten, die jungen
Ärztinnen und Ärzte sind schön gekleidet und freuen sich sichtlich
über dieses Event.
Sie bekommen ihre Zertifikate und werden gefeiert. Wunderbar zu sehen: diese klugen jungen Frauen, entschieden in der Überzahl, liebenswürdig und sympathisch. Wir werden uns glücklich schätzen können, sie irgendwann in Deutschland begrüßen zu dürfen.
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| Gute Stimmung am Abschlussabend |
Sie bekommen ihre Zertifikate und werden gefeiert. Wunderbar zu sehen: diese klugen jungen Frauen, entschieden in der Überzahl, liebenswürdig und sympathisch. Wir werden uns glücklich schätzen können, sie irgendwann in Deutschland begrüßen zu dürfen.
Es
wird getanzt und die Stimmung ist wunderbar, ein wirklich schöner
Abend. Zum Schluss kommt noch eine riesige Torte und ich weiß nicht
warum, aber ich soll sie anschneiden. Süßer Kuchen und schwarzer
Tee – so geht der Abend zu Ende.
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| Tolle junge Menschen, sehr beeindruckend |
Nicht
ganz, denn im Hotel nehmen wir noch einen Absacker, bevor wir
schlafen gehen. Wir verabschieden uns von Michael und Verena, von
Steffi und Michael. Die vier fliegen am nächsten Tag nach Hause und
die Reise geht hier für sie zu Ende. Wir sind dankbar, dass wir
diese netten Menschen kennenlernen durften und erleben konnten, mit
welch hohem Einsatz sie hier wunderbare Arbeit leisten.
29.
April, Sonntag.
Unsere
Gruppe hat sich reduziert auf sechs Personen. Deniz natürlich, Rita,
seine Frau, Susanne und Wolfgang aus Hamburg und Peter und ich. Wir
sechs haben jetzt noch einen Tag in Baku und reisen dann weiter nach
Usbekistan.
Aber
nun fahren wir zunächst mal mit dem Taxi an die Promenade, machen
einen langen Spaziergang und schlagen uns dann – trotz
Formel-1-Hindernissen – zur Altstadt durch. Wir sehen uns alles
nochmal in Ruhe an und machen dann eine Pause in der Karawanserei.
Deniz und Rita fahren ins Hotel und wir anderen bummeln wieder in die Innenstadt, sehen das Autorennen auf großen Fernsehmonitoren in jedem Restaurant. Bald ist es schon Zeit, uns aufzumachen in das Fischrestaurant, in dem wir einen Tisch bestellt haben. Wir treffen uns dort mit Rita und Deniz.
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| Altes und Neues |
Deniz und Rita fahren ins Hotel und wir anderen bummeln wieder in die Innenstadt, sehen das Autorennen auf großen Fernsehmonitoren in jedem Restaurant. Bald ist es schon Zeit, uns aufzumachen in das Fischrestaurant, in dem wir einen Tisch bestellt haben. Wir treffen uns dort mit Rita und Deniz.
Nach
dem Essen geht es durch das nächtliche Baku. Das Lichtermeer ist
wirklich einmalig und wir stehen unten an den Flammentürmen und
sehen begeistert dem Spektakel zu.
Der
obligatorische Absacker im Hotel, dann geht auch dieser Tag zu Ende
und wir sehen den neuen Eindrücken, die uns erwarten, entgegen.




















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